Videos im Internet können einem Informationssuchendem viel Zeit ersparen, wenn sie in knapper und seriöser Form wichtige Informationen bieten, die langes Lesen von Texten erübrigen.

Darüber hinaus sind gut gemachte und gut verschlagwortete Videos ein perfektes Instrument für das Online-Marketing von Unternehmen. Schließlich ist YouTube weltweit die zweitgrößte Suchmaschine und gehört zudem noch zum Google-Konzern…

Natürlich gibt es eine nicht zu unterschätzende Anzahl von Nutzern, die sich einfach nur ihre Zeit damit vertreiben wollen und sich bei YouTube & Co. von einem Video zum nächsten klicken. Ich persönlich nutze Videos allerdings nicht, um mir meine knappe Zeit zu vertreiben, sondern um Zeit zu sparen. Statt beispielsweise ellenlange Testberichte zu einer neuen Hardware durchzulesen, sehe ich mir lieber ein kurzes Video an, das die wichtigsten Fakten zusammenfasst. Das ergibt natürlich nur dann Sinn, wenn es aus einer verlässlichen Quelle stammt und über einen angemessenen “Tiefgang” verfügt, also nicht nur platte Schlagworte und Blabla enthält.

Leider wird in letzter Zeit aber gerade diese Art von informativen Videos im Internet immer seltener. Dafür werden Schrott-Videos aber selbst auf vormals seriösen Portalen und Plattformen nahezu inflationär eingesetzt. Woran das liegt? Mit Internet-Videos lässt sich gutes Geld verdienen. Jede vor- oder nachgeschaltete Werbeeinblendung bringt Geld. Deshalb sind auch viele Portale dazu übergegangen, die Videos automatisch abspielen zu lassen, ohne Einwilligung des Nutzers.

Das beste Beispiel ist ein vormals seriöses Computermagazin, das ich gerne gelesen habe. Inzwischen nennt man sich dort “Tech- und Verbraucherberatung”. Man findet dort auch Tests von Elektrorasierern, Tipps zum Eiskratzen oder die Information über den Rückruf eines Hanf-Tees bei einer Drogeriekette. Zwei Drittel dieser meist recht flach gehaltenen Beiträge sind mit einem Video versehen, wie es selbst ein absoluter Anfänger besser hinbekommen würde. Oftmals werden einfach die Texte des platten Berichtes nochmals eingeblendet, untermalt mit nerviger Musik. Das Ganze spielt automatisch mit voller Lautstärke und wenn ich die Seite herunterscrolle und den Fokus auf das Video verliere, wird im unteren Bereich nochmals das Video als Miniatur eingeblendet. Man kann dem Trivial-Video also kaum entgehen, und das ohne jeden Mehrwert für den Nutzer. Im Gegenteil, oft muss er 30sekündige Zwangswerbung ertragen um dann zu merken, dass der nachfolgende Informationsgehalt gegen Null geht. Das ist einfach nur noch ärgerlich.

So sieht ein typischer, platter Beitrag mit Zwangsvideo bei vielen Onlinemagazinen inzwischen aus.

Liebe Portalbetreiber, Videos sind prima, wenn sie einen Mehrwert für den Nutzer bieten. Aber das, was Ihr da teilweise macht, wird dazu führen, dass kein vernünftiger Mensch mehr auf Eure nervigen Werbe-Websites klickt, da irgendwann jeder verstanden hat, dass es hier nur darum geht, dem User Werbung unterzujubeln.